Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) ist eine Autoimmunerkrankung: fehlgeleitete Immunzellen zerstören Melanozyten – die für die Hautpigmentierung zuständigen Zellen. Das Immunsystem spielt eine Hauptrolle bei der Vitiligo. Alles, was ihm schadet, wie z. B. das Rauchen wirkt sich auch negativ auf die Vitiligo aus.
Studien zeigen, dass der Anteil an Rauchern unter Menschen mit Vitiligo höher ist als in den Kontrollgruppen. Ein Grund dafür könnte die psychische Belastung sein, unter der viele Vitiligo Betroffene leiden. Rauchen dient häufig dem Stressabbau und wird als entspannend angesehen.
Rauchen – was sind die Risiken?
Eine große koreanische Studie mit über 23 Millionen Menschen fand heraus, dass Raucher seltener an Vitiligo erkrankten als Nichtraucher. Dieser statistische Zusammenhang sollte jedoch keinesfalls als positiver Effekt des Rauchens missverstanden werden. Im Gegenteil: Wenn bereits eine Vitiligo besteht, kann sich Tabakkonsum negativ auf den Krankheitsverlauf auswirken.
Mögliche Folgen des Rauchens für die Vitiligo
Vitiligo entsteht unter anderem durch oxidativen Stress in den Hautzellen, verursacht von reaktiven Sauerstoffspezies (ROS). Dieser „Zellstress“ sorgt dafür, dass die Melanozyten zerstört werden. Tabak scheint zwar eine bestimmte Form von Sauerstoffradikalen zu hemmen. Der Zigarettenrauch enthält jedoch mehr als 3.800 Substanzen, die weitere ROS produzieren.
Die Ergebnisse einer japanischen Studie deuten darauf hin, dass Zigarettenrauchen ein Risikofaktor für die Entwicklung von Vitiligo an den Händen, insbesondere an den Fingerspitzen, sein kann. Dabei blieb unklar, ob die Depigmentierung eher auf den direkten Kontakt mit Tabak oder auf den Zigarettenrauch zurückzuführen ist. Hände repigmentieren in der Regel schlechter als andere Körperareale. Laut Studien ist die psychische Belastung bei einer Vitiligo an den Händen auch vergleichbar mit jener, wenn das Gesicht betroffen ist. Die Vermeidung von Risiken einer Depigmentierung der Hände ist daher besonders wichtig.
Vitiligo-Patienten haben ein erhöhtes Risiko für andere Autoimmunerkrankungen wie Psoriasis, Typ-1-Diabetes oder Hashimoto. Rauchen verschärft diese Risiken durch zusätzliche Entzündungen und Immunschäden.
Fazit – das sollten Vitiligo-Patienten wissen
Rauchen erhöht den oxidativen Stress. Dieser ist ein wesentlicher Trigger für die Entwicklung und das Fortschreiten einer Vitiligo.
Das Risiko für andere Autoimmunerkrankungen kann sich erhöhen.
Rauchfrei werden – hilfreiche Wege
Ein Rauchstopp gelingt selten „einfach so“. Eine professionelle Begleitung erhöht die Chance auf dauerhaften Erfolg: Nur 2–3 % schaffen den Ausstieg ohne Unterstützung.
Digitale Gesundheits-Apps (DiGA) sind effektive Hilfen, z. B.:
Beide Apps sind wissenschaftlich fundiert und basieren auf den Grundsätzen der Verhaltenstherapie sowie den Erkenntnissen zur Vorbeugung von Rückfällen.
Rauchfrei per App
So funktioniert’s:
- Rezept vom Arzt ausstellen lassen (Indikation Tabakabhängigkeit).
- Mit der Krankenkasse Erstattung klären (bis zu 100 %).
- 90 Tage-Programm starten mit interaktiven Tools (Tagebuch, Coaching, Entspannung, Tracking).
- Optional: Folgeverordnung möglich.
Selbsthilfe-Tipps
Wer dennoch erst einmal ohne Unterstützung das Rauchen aufgeben möchte, dem helfen folgende Selbsthilfe-Tipps:
- Zigaretten langsam reduzieren (z.B. 3 Stück/Tag in Woche 1)
- Entspannungstechniken wie Meditation, Yoga, Spaziergänge
- Ärztliche Beratung zu Nikotinersatz, Begleitung und Rückfallprävention
Fazit
Jeder Schritt zählt: Schon Teilverzicht verbessert Hautheilung, unterstützt das Immunsystem und erleichtert Therapien. Vitiligo-Patienten profitieren stark von einem rauchfreien Leben – langfristig für Haut, Psyche und Gesundheit.
Weitere Infos
Nichtraucherraucherhelden.de
DiGA-Verzeichnis / Smoke Free
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